Das BBS
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Glänzt schön, wirft aber offenbar nichts ab – die BBS-Felge. Foto: Wer

Automobilzulieferer BBS
Wenn die Rendite auf der Strecke bleibt

Die Insolvenz des Felgenherstellers BBS hat eine lange Vorgeschichte. Trotz Technologieführerschaft ist es dem Schwarzwälder Unternehmen seit dem Börsengang im Jahr 1987 nicht gelungen, ausreichend Gewinne zu erzielen.

Als die Beratungsgesellschaft Ernst & Young Heinrich Baumgartner im Jahr 2004 zum „Entrepreneur des Jahres“ wählte, bescheinigte sie ihm ein „Streben nach Perfektion“, mit dem er aus einer kleinen Ideenschmiede einen weltweit führenden Hersteller von Leichtmetallrädern aufbaute. In einem Belang haben sich die Juroren jedoch geirrt. Beim „nachhaltigen Wachstum und der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens“, die Ernst & Young bei BBS sah, ist Baumgartner gescheitert. Anfang Februar beantragte der Vorstandsvorsitzende der BBS AG die Insolvenz seines Lebenswerkes und muss seitdem Insolvenzverwalter Jobst Wellensiek in der Schiltacher Firmenzentrale dulden.
„BBS hat kein Problem mit der Nachfrage“, diagnostiziert Frank Biller, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). „Die Kosten sind zu hoch oder die erzielten Preise zu niedrig, oder eventuell ist sogar beides der Fall.“ Der von den Großkunden ausgeübte Preisdruck zwinge Zulieferer dazu, sich ständig zu verbessern, um nicht Marge abgeben zu müssen.
Dass Mittelständler diesem Druck erfolgreich standhalten können, zeigt die Elring Klinger AG. Das Unternehmen aus dem schwäbischen Dettingen wird nach vorläufigen Berechnungen für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 520 Millionen Euro ausweisen und dabei am Ende seinen Gewinn um 20 Prozent gegenüber Vorjahr auf etwa 51 Millionen Euro gesteigert haben. „Zulieferern wie Elring Klinger gelingt es, die Materialpreiserhöhungen durch Effizienzsteigerungen und neue Produkte mit höheren Margen auszugleichen“, lobt Automobilexperte Biller den Hersteller von Zylinderkopfdichtungen.
Das Ergebnis vor Steuern hat sich bei den Dettingern in den vergangenen zehn Jahren knapp verdreifacht. Mit einer operativen Marge von 17,8 Prozent zählt Elring Klinger zu den profitabelsten Unternehmen der Branche. In der Konzentration auf nachhaltige Profitabilität setzt sich der Zulieferer deutlich von BBS ab, denn trotz Technologieführerschaft ist es dem Management des Felgenherstellers seit dem Börsengang im Jahr 1987 nie gelungen, ausreichend Geld zu verdienen.
Die Einnahmen-Gewinn-Bilanz zwischen 1990 und 2005 spricht eine deutliche Sprache: Insgesamt rund 2,1 Milliarden Euro Umsatz hat der BBS-Konzern in dieser Zeitspanne eingefahren, gleichzeitig aber nur etwa 16 Millionen Euro als Jahresüberschuss ausgewiesen. Damit liegt die durchschnittliche Nettogewinnmarge unter einem Prozent.
Insolvenzverwalter Jobst Wellensiek hat kurz nach seinem Antritt immerhin dafür gesorgt, dass der Felgenhersteller wieder genügend finanzielle Mittel erhalten hat, um weiter produzieren zu können. Derzeit prüft er, ob die Voraussetzungen für eine Sanierung vorliegen. „Ich bin optimistisch, dass BBS gerettet werden kann“, sagt Wellensiek, der sowohl die Kosten als auch die Kundenstruktur beim Automobilzulieferer als Problemfelder identifiziert hat. „Dementsprechende Umstrukturierungsmaßnahmen sind einzuleiten.“ Zur Zeit werden laut Wellensiek aber keine Mitarbeiter entlassen. „Ob dies in weiterer Zukunft notwendig werden wird, lässt sich heute noch nicht beurteilen.“
Bis zur Entscheidung über die Zukunft von BBS ist für Beschäftigte, Gläubiger und Banken erst einmal Geduld gefragt. Bis zu einem endgültigen Rettungsplan werden noch Wochen, wenn nicht Monate ins Land ziehen. „Zielsetzung ist es, BBS so lange in der Insolvenz fortzuführen, bis das Unternehmen saniert ist oder aber von einem Investor übernommen wurde“, sagt Wellensiek. „Eine Vielzahl von Übernahmeinteressenten haben sich bei mir gemeldet.“ Tobias Symanski

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